acueducto de guadalupe
January 29, 2007
 
Nur ein paar hundert Meter hinter der Basílica de Guadalupe im Norden von Mexiko-Stadt fristet er sein unbekanntes Dasein: der Acueducto de Guadalupe, der über viele Jahrzehnte Pilger und Anwohner der Villa de Guadalupe mit Trinkwasser versorgte.
1932 wurde er zwar zum historischen Monument erklärt, wurde aber über Jahre hinweg vernachlässigt und wird erst seit dem letzten Jahr in seinem innerhalb des Distrito Federal liegenden Teil grundlegend restauriert.
 
Um 1678 war die Versorgung mit sauberem Wasser im damaligen Dorf Santa María de Guadalupe ein Problem, da zum einen der Bedarf der wachsenden Anzahl von Pilgern und zum anderen die Qualität des Wassers – laut historischen Dokumenten “das faule Wasser des Sees von Texcoco” und “das schmutzige Rinnsal, das vor der Pilgerstätte vorbeifloß” – gesundheitliche Probleme verursachte.
 
Ein Jahr später bekam Don Pedro Arias de Maya y Guzmán das Nutzungsrecht des Wassers des Río Tlalnepantla für seine Hacienda San Mateo Tulpa zugesprochen, verbunden mit der Verpflichtung, damit auch Santa María de Guadalupe zu versorgen. 1714 erhielt Don Blas López de Aragón die Erlaubnis zur Wassernutzung für die von ihm gepachtete Hacienda Santa Ana in der Nähe des Dorfes, mit der er auch verpflichtet wurde, die Pilgerstätte und deren Anwohner “auf ewig” mit Wasser zu versorgen.
 
Trotz dieser und anderer Anstrengungen herrschte eine ständige Wasserknappheit und deshalb begannen im Juni 1743 die Bauarbeiten für ein Aquädukt, das Pilgerstätte und Anwohner permanent versorgen sollte.
Die Konstruktion, die sich über 15 Kilometer (12696 varos) und etwa 2300 Bögen vom Río Tlalnepantla im Dorf Santa María bis zu einem Brunnen und Wasserspeicher gleich hinter der Basílica de Guadalupe erstreckt, wurde im Juli 1751 fertiggestellt. Kurz vorher, im Jahre 1749, wurde der Ort Santa María de Guadalupe zur Villa erhoben, weswegen man die Pilgerstätte heute als “La Villa” oder “Villa de Guadalupe” kennt.
 
Wann der Aquädukt aufhörte genutzt zu werden, ist nicht bekannt, wohl aber, dass er – heute streckenweise Teil der Ringstraße Periférico Norte – das letzte Stück des Weges für die aus dem Norden Mexikos kommenden Pilger bei der traditionellen Wallfahrt am 12. Dezember, dem Tag der Vírgen de Guadalupe, ist.
Es wird erzählt, dass der Aufständige José María Morelos, der während des Unabhängigkeits-Kampfes Mexikos (1810-21) im Jahre 1815 gefaßt wurde, auf dem Weg zu seiner Hinrichtung in Ecatepec an einem Brunnen des Aquädukts, der in der Straße Cantera liegt, ein letztes Mal Wasser zu sich nahm.
 
 
Anfahrt: der Acueducto de Guadalupe erstreckt sich vom Río Tlalnepantla (heute einbetoniert) im Zentrum des Ortes Tlalnepantla dem Lauf des Nordteils des Periférico folgend bis gleich hinter die Basílica de Guadalupe.
Sichtbar – also überirdisch – ist er ab der Kreuzung Avenida Acueducto (Periférico Norte)/ Prolongación 100 Metros (Eje Central) (allerdings nur auf der dem einbetonierten Fluß gegenüberliegenden Seite; also in Ost-West-Richtung), um an der zweiten Ampel, der Avenida Acueducto folgend, rechts abzuzweigen und der Straße Acueducto de Guadalupe zu folgen.
Am Fuß der Brücke von Indios Verdes befinden sich Brunnen, und der Aquädukt führt von dort weiter, der Straße Acueducto de Guadalupe folgend, bis an die Ecke Calzada Misterios/Ticomán, wo er in einem großen Brunnen endet.
 
Geographische Lage: 19° 29’ 21.30” N, 99° 7’ 1.70” W (großer Endbrunnen)
 
 
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